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Seminare

ProWissenschafts-Volo-Workshop:
Online-Journalismus und PR 2.0

Otto-Friedrich-Universität Bamberg

18. Februar: Ins Netz gegangen?! – Online-Journalismus
Referent: Dr. Martin Beyer

Dass ein Artikel im Netz anderen Kriterien folgen muss als ein Print-Artikel erläuterte Dr. Martin Beyer (Journalist und Dozent) anhand der Suchmaschinenoptimierung (Search Engine Optimization, SEO): Ein Artikel wird von den Usern/Lesern über Google nur gefunden, wenn er den Gesetzen der Suchmaschinen gehorcht. Hierbei liegt der Fokus in Deutschland auf Google, da ein Großteil der Bevölkerung diese Suchmaschine nutzt. Um einen möglichst hohen Rang in der Ergebnisliste von Google zu erreichen, sollten die so genannten Keywords (Suchbegriffe) in Überschrift, Unterüberschrift, Teaser, Zwischenüberschriften und Bildunterschriften vorkommen. Einen großen Stellenwert bei der Berechnung des Page-Ranks haben externe und interne Verlinkungen im Text. Je mehr Seiten auf einen Artikel verweisen und je mehr dieser Artikel auf andere Seiten verweist, desto relevanter wird er eingeschätzt.
Das Leseverhalten von Nutzern im Internet unterscheidet sich von dem in Printmedien. Deshalb muss ein Online-Artikel anders aufgebaut sein. Er besteht aus einer Überschrift, Unterüberschrift, Teaser, Zwischenüberschriften und dem eigentlichen Text. Der Teaser - "Appetitmacher" - kündigt an, worum es im Text geht: In maximal drei Sätzen bzw. 30 Wörtern soll er Spannung erzeugen und informativ sein. Im Gegensatz zum Printtext ist der Einstieg des Online-Artikels kurz und schickt das Wichtigste voraus; Feature- oder Reportageneinstiege sind für das WWW eher ungeeignet. Wie man einen Text aufbauen muss, der SEO-Kriterien und auch dem Leseverhalten der Online-Leser entspricht, lernten die Volontäre in Übungen.

19. Februar: Freund oder Feind? – PR 2.0
Referent: Marc Hippler

Anhand des Online-Portals der WAZ-Mediengruppe "derwesten.de" erklärte Journalist Marc Hippler, wie man Soziale Netzwerke nutzen kann, um neue Leser zu gewinnen. Dabei spielt die Interaktion mit dem Leser eine signifikante Rolle: Dieser erwartet eine Reaktion auf aktuelle Geschehnisse im Social Web. Auf Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bezogen bedeutet das, dass diese nicht mehr nur die Funktion des Senders innehat, sondern auf Anfragen/Kommentare der Empfänger reagieren muss. Im Netz (Foren, Blogs, Twitter, Facebook) wird über Unternehmen, Institutionen, Aktionen geredet. Studenten/Mitarbeiter/Dritte streuen Informationen, Journalisten gebrauchen diese Plattformen als Recherchequellen. Um diese Entwicklung kontrollierbar zu machen, sollten PR-Redakteure diese Plattformen im Auge halten, in die Medienresonanzanalysen aufnehmen und - am besten - in ihnen selbst präsent sein.
Die Echtzeit des Internets verdient besondere Aufmerksamkeit. Eine Twitter-Meldung zu der Pressemitteilung von vorgestern hat keinen Effekt. Ist es der Pressestelle aus bürokratischen oder zeitlichen Gründen nicht möglich, die Gesetze der Echtzeit zu beachten, sollte sie sich von diesen Plattformen als aktiver Kommunikator fernhalten. Besonders ernst zunehmen sind die Netzwerke Twitter (Zielgruppe Journalisten) und Facebook (Zielgruppe Studierende). Entsprechend der Zielgruppen sollte man die Kommunikation auf diesen Plattformen gestalten. Mit welchem Arbeitsaufwand zu rechnen ist und wie Mitarbeiter in Hochschulpressestellen Social Media in ihren Arbeitsalltag integrieren können, erarbeiteten die Teilnehmer gemeinsam mit dem Dozenten, indem sie kleine Konzepte während des Workshops für ihre jeweilige Pressestelle erarbeiteten. Handwerkszeug zum Umgang mit und zur eigenständigen Anwendung von Social Networks erlernten die Volontäre ebenfalls durch Übungen.

Die Referenten

Dr. Martin Beyer
geboren 1976 in Frankfurt am Main, studierte in Bamberg Germanistik und Philosophie. Nach seiner
Promotion arbeitet er als freier Schriftsteller, Redakteur und Dozent in Bamberg und Hamburg. Seit
2007 Ressortleitung für das Online-Magazin Suite101, seit 2009 Ressortleitung Hörbuch für das Titel-
Magazin. Diverse Buch- und Magazinveröffentlichungen, Leitung von Workshops in den Bereichen
Journalismus und Kreatives Schreiben.

Marc Hippler
Jahrgang 1979, studierte Soziologie sowie Angewandte Kommunikations- und Medienwissenschaft an
der Universität-Duisburg-Essen. Als Journalist arbeitet er seit 1998 für die WAZ-Mediengruppe,
zunächst bei der Neuen Ruhr/Neuen Rhein Zeitung, wo er auch volontierte. Seit Oktober 2009 ist er in
der Redaktion von DerWesten, dem Nachrichtenportal der WAZ-Mediengruppe, zuständig für die
Bereiche Nachrichten und Kultur und kümmert sich um die Social-Media-Aktivitäten des Portals.
Marc Hippler war Pressesprecher der Gasometer Oberhausen GmbH und arbeitete als Werbetexter.

Kontakt: Tanja Eisenach

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    Sitemap   |   Impressum   |   zuletzt aktualisiert am 20.03.09